Forts – Werk XXXIX 
Fort Albeck 
Werk XXXIX: Fort Albeck
Lage
Blau: ca. Begrenzung, rot: erhaltene Bauwerke, grün: erhaltene Erdwerke
Erbaut 1846 bis 1859
ErbauerOLt Zimmerle
Flagge Württemberg Kgr. Württemberg

OLt Becher
Flagge Österreich Kaisertum Österreich
AdresseFort Albeck
89075 Ulm-Böfingen
Lage48,41519° nördl. Breite
10,00148° östl. Länge
Mannstärke1340
ArtAußenfort
ZweckVorposten der Östlichen Bergfront, Verteidigung gegen vom Safranberg anrückende Truppen
Benachbarte WerkeFort Unterer Eselsberg im Nordosten

Fort Oberer Kuhberg im Süden

Lage und heutige Nutzung
Das Fort Albeck liegt auf dem Safranberg nahe der Bundesstraße 19 (Heidenheimer Straße). Das Gelände wurde mehrfach bebaut, heute befinden sich Wohnungen sowie mehrere Gewerbebauten auf dem Werksinneren. Im Reduit sitzt die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg Stamm Saint-Exupéry Ulm-Safranberg sowie ein Modellbauverein. Der Wall wird als Kleingartenanlage genutzt. Die Anlage steht offen, ein Rundweg führt durch das Fort.

Aufbau des Werks
Das größte Außenfort der Bundesfestung wurde zwischen 1846 und 1859 unter der Leitung des königlich württembergischen Oberleutnants Zimmerle mit Unterstützung des k. u. k. österreichischen Oberleutnants Becher erbaut, es konnte bis zu 1.340 Mann aufnehmen. Es besteht aus einer vierseitigen Wallanlage mit trockenem Graben und in Erde geböschter Contrescarpe, einem großen Reduit, dessen Enden über die Kehlmauer als Traditoren herausragen, je einer Doppelcaponniere an den Schulterpunkten, drei Wurfbatterien (Schulterpunkte und Saillant des Walls), zwei Pulvermagazinen in den Wallenden und drei Blockhäusern (eins vor dem Saillant und je ein weiteres vor den Kehlecken). Im Innenhof befindet sich ein heute noch bewohntes Wallmeisterhaus. Der Wall wurde um 1880 umgebaut und dabei mit vier Hohl- und zwölf Erdtraversen versehen. Die Treppentürme des Reduits wurden auf Dachhöhe verringert. Der Platz vor der Front diente als Landübungsplatz des Pionierbataillons Nr. 13.

Baugeschichte und Erhaltungszustand
Die gesamte Anlage ist weitgehend erhalten, selbst die Blockhäuser stehen noch alle, jedoch wurde sie durch mangelnden Bauunterhalt und Nachkriegsbau in Teilen stark entstellt bzw. verfällt zunehmend. Bombentreffer während der Fliegerangriffe in den Jahren 1944 und 1945 verursachten erhebliche Beschädigungen am Werk, vor allem der Wall wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Reduit wurde 1977 von der Stadt saniert. Das rechte Blockhaus wurde in den 1980ern an einen Privatmann verkauft, der es in den nächsten Jahren unter größtmöglicher Einhaltung des Denkmalschutzes zu einem Wohnhaus umbaute. Auch die anderen beiden Blockhäuser befinden sich in privater Hand, mit ihnen wurde jedoch nicht ganz so sorgfältig umgegangen. Ende 2010 stürzte im Werksinneren ein Baum auf das ehemalige Möbelhaus, das bereits einige Zeit vorher ausgezogen war. Ende 2011 begann die Stadt Ulm mit Rodungsarbeiten im Bereich des rechten Kehlgrabens und der rechten Flanke, da mit der Zeit immer mehr Bäume umzustürzen drohen. Vorher wurde bereits die Erdbedeckung des Reduits erneuert. Im Dezember 2014 wurde von der Stadt Ulm ein Rundweg durch das Fort Albeck eröffnet.

Nutzungsgeschichte
Das Fort wurde ab 1897 durch die 2. Kompanie des 9. Württembergischen Infanterieregiments Nr. 127 belegt. Nach dem Ersten Weltkrieg diente das Fort nur noch als Übungsplatz, im Zweiten Weltkrieg wurden die Baracken des Innenhofs vom Reichsarbeitsdienst genutzt. Nach dem Krieg wurde es wie viele andere Forts zur Notunterkunft und zum Sitz kleinerer Betriebe.

Bilder

Eiserne Treppe am rechten Treppenturm Die verwitterte linke Kehlmauer Linke Seite des Reduits
Rechte Seite des Reduits Vertikale Gewehrscharte am rechten Blockhaus Blick auf das rechte Kehleck
Auf dem Reduit Fenster in der linken Doppelcaponniere Gewölbe im Reduit
Eine der Hohltraversen Rechter Traditor des Reduits Das rechte Blockhaus
Das Wallmeisterhaus Zugang zum Reduit-Hof

Letzte Bearbeitung: 21. Februar 2016