Werk 13: Die Ludwigsvorfeste


Innenhof der Feste, links und rechts die beiden Hohltraversen, in der Mitte der Eingang zur Poterne.

Lage und heutige Nutzung
Die Ludwigsvorfeste liegt an der Wileystraße 21 nahe der Ecke Memminger Straße / Europastraße. Genutzt wird das Werk heute als Teil einer Parkanlage sowie vom Gewölbe, dem japanischen Restaurant Yu und der Firma Lecasa.


Festungsteile in der Umgebung
Werke der Bundesfestung
Bastion 3 mit Kriegspulvermagazin I (1 km nördlich)
Courtine 4 mit der Mittleren Durchfahrt (850 m nördlich)
Bastion 5 mit Kriegsspital (800 m nordwestlich)
Vorwerk 13½ (800 m westlich, nicht gebaut)
Vorwerk 14 Illerkanal (1,2 km westlich)

Aufbau und Baugeschichte des Werks
Das bis zu 283 Mann starke Vorwerk wurde zwischen 1850 und 1853 unter den Oberleutnants Graf Ysenburg und Dillmann errichtet. Es besteht aus einer rundumlaufenden Escarpe mit je zwei Caponnieren an den Schulterpunkten und den Kehlecken, einem dreiteiligen Reduit, von dem zwei Enden wie eine Kehlcaponniere wirken, einem vierseitigen Wall mit Bonnetbatterie im Saillant, trockenem Graben und Glacis. Die Batterie wurde wie bei Werk 12 1880 abgetragen und durch zwei Hohltraversen ersetzt. 1914 wurde das Vorfeld der Feste in die Hauptkampflinie mit einbezogen und wurde Standort des Schützengrabens 60. 1937 wurde das Werk in die neu errichtete Ludendorff-Kaserne der Wehrmacht mit einbezogen, das Vorfeld diente nun als Übungsplatz. Südlich der Feste wurde 1945 das Kriegsgefangenenlager Neu-Ulm eingerichtet, in dem auch Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI., ein Gefangener war. Später wurde die Festung bei der Übernahme durch die U.S. Army in die Wiley Barracks mit einbezogen und von dieser in den 1980er Jahren aufwändig saniert, allerdings wurde der Wall an den Schulterpunkten durchbrochen, um mit den Fahrzeugen besser zu den als Lager genutzten Schultercaponnieren zu gelangen. Beim Bau der Europastraße 1974/75 musste die Kehlseite des Werks stark verändert werden. Nach dem Auszug der Amerikaner und dem Kauf des Werks durch die Stadt verfiel es wieder zusehends, bis es in den 2000ern in die Planungen zur Landesgartenschau 2008 mit einbezogen wurde. Heute präsentiert sich die Ludwigsvorfeste in einem sehr guten Zustand.

Denkmalschutz und Eigentümer
Die Ludwigsvorfeste steht seit dem 25. Juni 1973 unter Denkmalschutz und gehört vollständig der Stadt Neu-Ulm.

Weitere Bilder

Linke Flanke, im Hintergrund die linke Flankencaponniere Linke Flanke, links im Hintergrund die linke Schultercaponniere Linke Flanke mit Flankencaponniere
Rechte Front Linke Schultercaponniere Rechte Schultercaponniere
Reduit-Innenhof Rechte Hohltraverse Reduit vom Innenhof aus gesehen
Bogenescarpe und Rondengang an der rechten Front Saillant

Letzte Bearbeitung: 23. April 2014