Atari Falcon 

Atari Falcon030


Falcon 030
1992 wurde der letzte Atari-Computer auf den Markt gebracht. Der Falcon sollte der Nachfolger der STE-Computer werden und kann als Konkurrenz zum fast zeitgleich erschienenen Commodore Amiga 1200 gesehen werden. Eingesetzt wurde wieder ein Motorola 68030, ein damals gängiger Prozessor, getaktet mit 16 MHz. Der zusätzlich eingesetzte Digital Signal Processor (DSP) sorgte für die damals ungewöhnliche Multimedia-Fähigkeit des Computers. Sein Problem war allerdings, dass er in das selbe, längst überholte Gehäuse der 1040 ST-Computer gesteckt wurde, dadurch kann der Computer aus Platzmangel kaum erweitert werden. Die Vermarktung durch Atari selbst ließ den Rechner zum Ladenhüter werden; Atari machte nur in szene-internen Zeitschriften Werbung, so dass nur die Leute von dem Rechner wussten, die eine dieser Zeitschriften kauften, und gab zudem bis zur offiziellen Vorstellung keinerlei Details bekannt. Es gibt Schätzungen, dass bis zum Herbst 1993 etwa 14.000 Stück verkauft wurden, davon 40% allein in Deutschland. Als weitere Varianten des Falcon wurden 1993 der Falcon 040 und die MicroBox 030 vorgestellt, beide kamen aber nie auf den Markt. Atari zog sich wenige Monate nach der Veröffentlichung des Jaguar überraschend aus dem Computermarkt vollständig zurück.

Weitere Modelle
FX-1 „Sparrow“
Prototyp des Falcon, etwa ab 1991 entwickelt. Hier kommt noch TOS 2.07 zum Einsatz. Das Gehäuse, das dem des 1040 ST gleicht, wurde dunkelgrau eingefärbt, von dieser Farbgebung blieben beim Falcon nur die Tastenkappen übrig.

Falcon 030 Microbox
Kurz nach Veröffentlichung des Falcon 030 gab es Pläne, den Falcon in ein anderes Gehäuse zu stecken und einige Veränderungen am Mainboard vorzunehmen. So sollten z.B. auch drei Erweiterungssteckplätze darauf Platz finden. Das Gehäuse wurde später etwas verändert von der Firma Sony für die Konsole PlayStation 2 wiederverwendet, was auch in den Anmerkungen zum Patent angegeben wurde.

Falcon 040
Der Falcon 040 sollte das neue Flaggschiff werden. Er sollte der erste TOS-Computer mit mehreren Erweiterungsplätzen werden. Zudem wurde nun die aktuelle 68040-CPU verbaut. Als Betriebssystem wurde TOS 4.92 verwendet - leider äußerst fehlerhaft und nie erschienen. Der Falcon 040 fiel dem Rückzug Ataris aus dem Computermarkt zum Opfer.
Technische Daten
Systemarchitektur
  • CPU: Motorola 68030
  • 3,84 MIPS Rechenleistung bei 16 MHz
  • Integrierte MMU für Speicherschutz/-verwaltung
  • Separate, integrierte 256-Byte-Instruktions- und Daten-Caches
  • Voneinander unabhängige Adress- und Datenbusse zur Geschwindigkeitssteigerung
  • Pipeline-Architektur
  • Bus: 32-Bit Adressen, 32-Bit Daten
  • Optionaler arithmetischer Coprozessor Motorola 68881 oder 68882 bei 16 MHz
  • RAM: 1, 4 oder 14 MB ST-RAM, TT-RAM bis 256 MB
  • ROM: 512 kB intern, optional 128 kB extern (Modul)
Digitaler Signalprozessor
  • Motorola DSP56001
  • 16 MIPS Rechenleistung bei 32 MHz
  • 32 kWords RAM ohne Wait-States
  • DSP-Interface erlaubt Anschluss von 19.200 bps-Modems mit Fax- und VoiceMail-Optionen, direkte Sound- und Musikaufnahme auf Festplatte, schnelle Bildkompression nach JPEG/MPEG
Erweiterungsbus
  • Interner Prozessorsteckplatz für PC-Emulation mit 386SX-Prozessor
  • Optionaler Prozessorsockel für weitere Coprozessoren
Tonerzeugung
  • 8 digitale 16-Bit-Audio-DMA-Kanäle zur Aufnahme und Wiedergabe mit einer Sampling-Rate bis zu 50 kHz
  • Digitale Tonausgabe per DMA in Stereo mit 16 Bit
  • Digitale Tonaufnahme per DMA in Stereo mit 16 Bit
  • SDMA Sound- und DMA-Coprozessor
Grafik
  • SVGA: 640 × 480 mit 256 Farben
  • True Color Modus mit 16 Bit erlaubt Darstellung von bis zu 65.536 Farben
  • Akzeptiertes externes Synchronsignal für hochqualitatives Video-Genlocking
  • Overlay-Modus für einfaches Erstellen von Video-Betitelung und Spezialeffekten
  • Optionales Overscan
  • 262.144 mögliche Farben
  • Hardwareunterstütztes horizontales Feinscrolling
  • Grafischer Coprozessor Blitter
Anschlüsse
  • SCSI II-Interface mit DMA
  • LAN, LocalTalk-kompatibel
  • Anschluss für RGB- und Composite-Video Monitore
  • RS232C Serieller Anschluss
  • Paralleler Druckeranschluss
  • Modulschacht
  • MIDI in/out
  • Stereo-Mikrofon-Eingang
  • Stereo-Audio-Ausgang
  • 2 9-Pin Joystick-Anschlüsse
  • 2 15-Pin Extended-Joystick-Anschlüsse
Speichermedien
  • 1,44-MB-Diskettenlaufwerk, 3½ Zoll, MS-DOS-kompatibel
  • optionale interne 2½"IDE-Festplatte
Tastatur und Maus
  • Standard-Tastatur mit 95 Tasten, davon 10 Funktionstasten
  • separate numerische und Cursorsteuerungs-Blöcke
  • Eigener Tastaturprozessor
  • 2-Tasten-Maus
Systemsoftware
  • Pre-emptives Multitasking mit adaptiver Priorisierung (MultiTOS)
  • Interprozess-Kommunikation durch Nachrichten und Pipes von MultiTOS
  • Hierarchisches Dateisystem mit Unterverzeichnissen und Pfadnamen
  • Auf Symbolen basierende grafische Benuteroberfläche mit selbsterklärenden Kommandofunktionen
  • Online Hilfssystem
  • Betriebssystem TOS (Versionen 4.01, 4.04) resident im ROM
  • Fensterorientierte Steuerung durch den Benutzer, Icons als Dateisymbole, Drop-Down-Menüs
  • Desktop „NewDesk“ und erweiterbares Kontrollfeld XControl erlauben maßgeschneiderte Oberflächengestaltung
Vorgestellt
  • März 1992
Eingestellt
  • Dezember 1993

Bilder
Rückseite mit den Anschlüssen

v.l.n.r.

- DSP
- Kopfhörer
- Mikrofon
- SCSI
- Monitor
- TV
- Drucker
- Modem
- LAN
- Strom
Linke Seite mit den MIDI-Anschlüssen, dem ROM-Port und den zusätzlichen Joystick-Anschlüssen Rechte Seite mit dem Diskettenlaufwerk, im Gegensatz zu den Vorgängern nun mit Standardblende Unterseite mit den Maus- und Joystick-Anschlüssen und dem Lüfter
Mainboard Lüfter Abschirmung Anordnung der Geräte im Inneren
Atari FX-1

Label
Atari FX-1

Anschlüsse auf der Rückseite
Atari FX-1

Anschlüsse auf der linken Seite
Atari FX-1

Unterseite
Atari FX-1

Mainboard
Atari FX-1

VIDEL, DSP 56001
Atari FX-1

Lüfter
Atari FX-1

TOS-ROMs
Atari FX-1

COMBEL, 2 leere Sockel, RAM-Steckplatz, IDE-Anschluss
Atari FX-1

RTC, Erweiterungssteckplatz
Atari FX-1

DSP 56001
Atari FX-1

Atari FX-1

Atari FX-1

SDMA
Atari FX-1

VIDEL
Atari FX-1

Mainboard
Atari Microbox 030

Atari Falcon 040


Letzte Seitenbearbeitung: 26. Oktober 2015